The Webrepublican Nr. 40, Juni 2017

04 Jun 2017 / von Natalie Schönbächler und Simon Wüthrich / Webrepublic / Comments

Machine-Learning-Power für AdWords, virtuelle Assistenten für den Einkauf, Augmented Reality für die Restaurantsuche, ein Attributions-Tool und Künstliche Intelligenz, 1344 Leser, eine Open Rate von 42,9 % und 4:45 Minuten Lektürezeit. Das ist The Webrepublican Nr. 40.

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Teaser Image Webrepublican 40

 

#webrepublic

New Webrepublicans June

  • Derzeit sind bei uns acht Stellen offen, unter anderem in den Bereichen SEO und Client Solutions.
  • Apropos Bewerbung: Nachdem ein Student ein GIF seines Brio-Bahn-Roboters in ein Bilderforum postete, erzielte dieses GIF in nur einer Nacht 11 Millionen Klicks. Tobias Zehnder weiss: «Dies ist die beste Jobbewerbung, die man haben kann
  • Seit Kurzem berichten Webrepublicans auf Instagram (@webrepublic) über unseren Arbeitsalltag – in Hashtag-Jargon: #wrlife.

#sea

Google kündigte an der diesjährigen Marketing Next an, In-Market-Audiences für das Suchnetzwerk einzuführen. Dahinter steckt geballte Machine-Learning-Power: Verwenden Werbetreibende In-Market-Audiences für ihr Targeting, erreichen sie Zielgruppen mit einem Suchverhalten, das auf Kaufabsicht schliessen lässt.



Waren Accelerated Mobile Pages (AMP) bislang vor allem für Publisher, SEOs und Content Marketer relevant, werden sie jetzt für die bezahlte Werbung wichtig. Um das mobile Nutzererlebnis weiter zu verbessern, erlaubt Google seit Kurzem, AMP-Seiten als Landingpages von AdWords-Anzeigen zu definieren. Damit auch Werbeplätze auf AMP-Seiten schnell laden, werden künftig Display-Anzeigen mit der AMP-Technologie ausgeliefert.

#seo

Amazon, Apple, Facebook und Google wollen sprachgesteuerte Assistenten stärker in den Alltag der Nutzer integrieren. Mit Erfolg: 20 % der US-Suchanfragen kommen bereits über Voice Search. Im Kampf um die Gunst der Nutzer rüsten die Tech-Giganten in Sachen Features weiter auf. Amazons neuer Echo Look gibt Styling-Tipps; Echo Show zeigt Informationen auf einem Bildschirm an. Google Home erkennt dafür verschiedene Stimmen, ist auch ein Telefon und funktioniert als Bluetooth-Boombox. Gelingt es den Tech-Giganten, Sprachassistenten populärer zu machen, bedeutet das für die Marketer: Voice Search wird noch wichtiger. Inhalte müssen umfassend für die Sprachsuche optimiert werden, damit Assistenten diese richtig interpretieren und ausliefern. Dabei spielen Featured Snippets eine wichtige Rolle.

#e-commerce

Die wachsende Bedeutung der virtuellen Assistenten geht auch am E-Commerce nicht spurlos vorbei: Amazons Alexa soll Abverkäufe steigern und auch Google will mit Home Geld verdienen. Mountainview plant, Onlinestore-Betreiber mittels einer Art Affiliate-Programm Produkte bewerben zu lassen, die dank der integrierten Payment API auch direkt mit Home gekauft werden können.

#mobile

Nicht nur Voice Search gewinnt an Fahrt – auch die Bildsuche mit Künstlicher Intelligenz (KI) wird wichtiger. Auf der I/O-Keynote stellt Google Lens vor und beweist, dass die Smartphone-Kamera für mehr als Selfies taugt. Lens bringt Augmented Reality auf das Smartphone: Wer beispielsweise sein Smartphone auf ein Restaurant richtet, bekommt in Echtzeit die dazu passenden Bewertungen auf dem Livebild des Lokals angezeigt. Das bedeutet auch, dass der seriöse Umgang mit Bewertungen für Werbetreibende noch wichtiger wird.

#social

Nachdem die Debatte um Brand Safety in die breite Öffentlichkeit getragen worden war, haben die grossen Plattformen verschiedene Massnahmen angekündigt, um dem Problem Herr zu werden. Facebook hat dabei einen schwierigen Balanceakt zu meistern: Auf der einen Seite muss das Netzwerk verhindern, dass gewaltverherrlichende Inhalte Brands vertreiben, auf der anderen Seite verlangen User, dass sie in ihrer Meinungsäusserung nicht eingeschränkt werden. Nun hat Facebook das Community Operations Team um zwei Drittel auf über 7000 vergrössert. Die sogenannten Aufpasser kümmern sich ausschliesslich um das Löschen oder Melden kritischer Inhalte. Wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist, zeigt ein Leak mehrerer 100 interner Schulungsbücher und Regelwerke.

#analytics

Die Frage, welchen Einfluss Marketingmassnahmen auf den Unternehmenserfolg haben, beschäftigt alle Marketer. Für mehr Klarheit will Google nun KI ins Feld schicken und stellt das Tool Google Attribution vor. Als Datenbasis für Google Attribution dienen Google Analytics-, AdWords- und DoubleClick-Daten. Mittels maschinellen Lernens identifiziert das Tool verschiedene Conversion-Muster. So gelingt es Marketern, die Wirkung digitaler Marketingmassnahmen sowohl geräte- als auch kanalübergreifend noch besser zu verstehen. Google will die Analyse der Customer Journey auch offline vorantreiben. Der Tech-Riese arbeitet deshalb an Lösungen, mit denen sich der Einfluss von Online-Massnahmen auf das Offline-Kaufverhalten anhand Kreditkartendaten und Kundenkarten messen lässt. Wie weit der Tech-Riese jedoch mit diesen Analysen in den einzelnen Ländern gehen darf, ist noch unklar.

Google Attribution

#trends

Der Blick in die News macht klar: KI ist gerade bei Google auf dem Vormarsch. Das wird grossen Einfluss auf das Digitalmarketing, beispielsweise im Bereich der Analyse, des Targetings oder Biddings, auf das Nutzererlebnis und die Brand-Safety-Debatte haben. Auch Walt Mossberg nimmt KI in seiner letzten Kolumne für The Verge und Recode in den Fokus. KI, erweiterte und virtuelle Realität, aber auch Robotik und intelligente Häuser bezeichnet er als die Bausteine der Zukunft. Seine Prognose: Technologie wird unsichtbar werden.

#onemorething

KI wird nicht nur die unsichtbare Technologie («Ambient Technology») antreiben, sondern auch die Kunst beeinflussen. «Die Mehrheit heute erzeugter Fotos wird von Maschinen für Maschinen gemacht. Deshalb müssen wir jetzt lernen, wie Computer zu sehen», sagt der Künstler Trevor Paglen. In seinem Projekt Sight Machine lässt er das berühmte Quartett Kronos aus San Francisco während eines Konzerts mit KI analysieren. Dabei erfahren die Zuhörer in Echtzeit, was KIs in den Gesichtern der Musiker und des Publikums erkennen.