The Webrepublican Nr. 38, April 2017

02 Apr 2017 / von Simon Wüthrich / Webrepublic / Comments

Die Debatte um Brand Safety, die Vereinbarkeit von Familien- und Agenturleben, ein Guetzli für schnellere Websites, ein neues Werbeformat für mobile Shopper, dänische Lichtsignalanlagen für Smombies, 1323 Leser, eine Open Rate 42,9 % und 4:34 Minuten Lektüre. Das ist The Webrepublican Nr. 38.

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The Webrepublican 38

#webrepublic

  • Die Debatte um Brand Safety bei Video- und Bannerwerbung hat die breitere Schweizer Öffentlichkeit erreicht. Zwei Tage nachdem 10vor10 das Thema ins Bewusstsein einer breiteren Bevölkerung getragen hatte, zogen zwei Schweizer Brands ihre Budgets aus YouTube und dem Google-Display-Netzwerk (GDN) ab. Zu diesem Zeitpunkt hatte Google die Werbeauftraggeber bereits öffentlich um Entschuldigung gebeten, erste konkrete Massnahmen ausgerollt und weitere Verbesserungen angekündigt. Damit macht Google deutlich, dass das Unternehmen die Probleme ernst nimmt und schnell lösen will. Wir sind denn auch überzeugt, dass Google schnell weitere Verbesserungen im Sinne der Werbeauftraggeber bringen wird und YouTube und GDN auch künftig eine tragende Rolle im digitalen Mediamix spielen werden.

Brand Safety

#sea

Die Bedeutung der Sprachsuche und der virtuellen Assistenten im Bereich Search wird schnell und signifikant zunehmen. Google, eine treibende Kraft hinter dieser Entwicklung, macht seine neueste Technologie nun einer breiteren Nutzerbasis zugänglich – bisher lief der Assistent nur auf Googles Pixel Phone. Während ausser Frage steht, dass Sprache als Interface immer wichtiger wird, bringen sprachgesteuerte Assistenten auch Herausforderungen hinsichtlich der Nutzererfahrung mit sich. Ein Beispiel: User von Googles Home Assistenten haben ziemlich empfindlich auf eine Antwort des Assistenten reagiert, die sich wie ein Audioad angehört hatte ... Wer seine Zielgruppe also an einem Ort zu erreichen versucht, wo diese keine Werbung erwarten oder wünschen, kann sich Ärger einholen.

#seo

Pagespeed ist und bleibt eines der wichtigsten Themen für Webmaster. Zahlreiche Studien belegen, wer nicht up to date ist, läuft Gefahr, User zu verlieren. Nun haben Google-Ingenieure in Zürich einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass Websites schneller laden können: Guetzli, ein JPEG-Encoder, der Bilddateien rund 35 % kleiner macht – ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen. Besonders Websites mit vielen (nicht optimierten) Bildern können dank dieses Codecs einen wichtigen Aspekt ihrer Usability signifikant verbessern; gerade im E-Commerce können solche Optimierungen das Geschäftsergebnis unmittelbar positiv beeinflussen.

How Speed Affects Your Website

#display

Welche Mittel haben Agenturen, um die Marken ihrer Kunden vor unerwünschten Platzierungen zu schützen? Unser Leiter Programmatic Advertising, Joël Meier, hat mit Persönlich über die Möglichkeiten gesprochen. Dabei hat er auch klar gemacht, dass Google trotz guter Arbeit schnell weitere substanzielle Verbesserungen ausrollen muss. Google hat denn auch prompt reagiert und angekündigt, man werde im Bereich Policy, Kontrollmechanismen und Durchsetzung schnell die Standards erhöhen. Während die Debatte um Brand Safety in vollem Gang ist, hat Facebook angekündigt, Nachfrage aus seinem Facebook Audience Network den Publishern zugänglich zu machen, die Headerbidding nutzen. Das, so hoffen Facebooks Partner, werde den Preis- und Innovationsdruck sowie die Transparenz der gesamten Supply Chain erhöhen und mehr Geld in die Kassen der Publisher spülen. Auch in diesem Fall gilt natürlich: Nur wenn Agenturen, Publisher und Werbeauftraggeber wirklich transparent zusammenarbeiten, wird die Branche die erhofften positiven Effekte sehen.

#bots

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte Facebook das Thema Bot mit Pauken und Trompeten lanciert, und obwohl im Verlauf des Jahres weitere spannende News dazukamen, scheint sich jetzt eine gewisse Ernüchterung breitzumachen. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass Facebook den Messenger nicht konsequent genug auf das Chaterlebnis ausrichtet, sondern ihn mit neuen Features ausstattet, die den Usecase «Chat» verwässern. Derweil entwickeln Konkurrenten wie Amazon, Google, aber auch Apple ihre sprachgesteuerten Assistenten konsequent weiter – eine Entwicklung, die, wie weiter oben ausgeführt, auch für Marken wichtig ist, da sie die Frage mit sich bringt, wie Zielgruppen jenseits von Suchergebnisseiten erreicht werden können.

#social

Während also Unkenrufe bezüglich Facebooks Chatbotplattform laut werden – und es gleichzeitig ziemlich ruhig um dessen Assistenten «M» geworden ist –, lanciert das Netzwerk neue Werbeformate, die bei Brands äusserst gut ankommen dürften. Das «Collection» genannte Format verknüpft im mobilen Feed nahezu nahtlos Videoinhalte (oder starke Bilder) mit Produktpromotion. Gerade visuell starke Lifestyle- und Fashion-Brands sollten das Format genauer unter die Lupe nehmen.

#trends

Wie werden Unternehmen AR und VR monetarisieren respektive für Werbezwecke verwenden können? Werden sie versuchen, ihren Zielgruppen, die in der VR sind, ihre Botschaften aufzuzwingen? Diese Frage ist noch nicht geklärt – auch weil trotz grosser Fortschritte und einigem Buzz weder AR noch VR auf breiter Front im Alltag der Konsumenten angelangt sind. Nichtsdestotrotz müssen diese Fragen jetzt schon diskutiert werden. Denn eines ist klar: Je unmittelbarer und intensiver ein mediales Erlebnis ausfällt, desto wichtiger ist, dass eine Werbebotschaft nicht als aufdringlich, sondern als relevant und interessant empfunden wird.

#onemorething

Was soll man machen, wenn Fussgänger ihren Blick nicht mehr von den Bildschirmen ihrer Smartphones abwenden? Eine dänische Stadt versucht die Sicherheit an geregelten Fussgängerstreifen mit neuartigen Lichtsignalen zu erhöhen, die auch von den härtesten Smombiesnicht übersehen werden sollen.

Dutch town put traffic lights on the ground

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