The Webrepublican Nr. 44, Oktober 2017

01 Okt 2017 / von Simon Wüthrich / Webrepublic / Comments

Eine Nominierung, ein Agenturranking, viel Aufregung um Targeting-Optionen, hunderte Millionen Augmented-Reality-fähige Geräte und eine Story aus der Grauzone des Online-Marketings; 1461 Leser, eine Open Rate von 42.1 % und 4:43 Lektüre. Das ist The Webrepublican Nr. 44.

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The Webrepublican

 

#webrepublic

  • Ernst & Young zeichnet jährlich den Entrepreneur of the Year in vier Kategorien aus. 2017 ist unser Gründer Tom Hanan in der Kategorie «Dienstleistung/Handel» nominiert. Wir sind unheimlich stolz und wünschen allen Nominierten viel Erfolg und Spass an der Award Night! 
  • Die deutsche Fachzeitschrift iBusiness hat auch 2017 die grössten Performance-Agenturen im DACH-Raum ermittelt. Wir sind um einen Platz auf Position 7 vorgerückt
  • Das Digital Festival Zürich, das wir als Sponsor unterstützen, war wieder ein voller Erfolg. Im Interview mit t3n erklärt Festivalgründer Jonathan Isenring, wie sich das Festival von anderen Veranstaltungen abhebt und wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Innovationsökosystemen Deutschland und Schweiz liegen.
  • Reflection Marketing führt seit Jahren für Brands Marketing-Audits durch; seit September führen wir auf Wunsch einen ergänzenden Audit der digitalen Touchpoints durch. Die Auftraggeber erhalten nach der Analyse einen Report, der Aufschluss über die Effektivität und Effizienz aller Touchpoints gibt. 
  • Willkommen an Bord: Claudio (SEA), Livia (Graphics), Sophie (SEA), Hideka (SEA Japan) and Tobias (SEA).

Newbies September 2017

#analytics

Apple hat mit dem Update seines Browsers Safari auf Version 11 für Aufruhr in der Werbebranche gesorgt. Das Feature des Anstosses: Intelligent Tracking Prevention (ITP). Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ein Machine Learning (ML) basiertes Feature, welches das Tracking von Safari-Usern über verschiedene Domains hinweg zu Marketingzwecken verhindert. Die lautstarken öffentlichen Reaktionen dürfen nicht vergessen machen, dass einige Unternehmen, allen voran Google und Facebook – und deren Werbekunden – (indirekt) von der Neuerung profitieren werden. Und Google hat auf ITP denn auch schon mit einem Cookie-Update reagiert, das sicherstellt, dass AdWords Conversion Reporting auch künftig zuverlässige Ergebnisse liefert – vorausgesetzt AdWords und Analytics sind verlinkt.

#programmatic

Marc Pritchard, P&Gs CMO, hat sich an der dmexco wieder öffentlich an die Vertreter der Digitalbranche gewandt. Diesmal ging es ihm nicht mehr darum, mit dem Abzug von Werbegeldern zu drohen, sondern Innovation und Kooperationsbereitschaft von YouTube, Facebook, Snap, Amazon und WeChat einzufordern. Targeting und Relevanz der Anzeigen müssten deutlich besser werden. Eine Forderung, die jeder seriöse Marketer unterstützen kann, denn die Zukunft gehört präzisen Massnahmen, die den Kontext der Zielgruppe berücksichtigen und diese mit überzeugenden Botschaften im richtigen Moment aktivieren.

#e-commerce

Wo informieren sich Konsumenten über Produkte, wenn sie online einkaufen wollen? Eine neue Studie besagt: mehrheitlich auf Amazon. Dieses Ergebnis muss freilich mit Vorsicht genossen werden, denn wie so oft ist die Geschichte respektive in diesem Falle das Suchverhalten der Konsumenten komplizierter. Suchmaschinen wie Google und Bing sowie auch Social Media (Facebook, Pinterest, Instagram, Twitter) bleiben wichtige Touchpoints auf der Customer Journey. Wer ausschliesslich auf eine Plattform setzt, manövriert sich langfristig ins Abseits.

Chinesische Konsumenten können seit kurzem auf der Cross-Border-E-Tailing-Plattform Kaola Migros-Produkte kaufen. Fast noch bemerkenswerter als der Einstieg der Migros in den chinesischen Markt ist die Erfolgsgeschichte hinter der Plattform, auf der der Migros-Shop läuft. Innerhalb weniger Jahre ist Kaola für die chinesische Mittelklasse, die sich Produkte westlicher Brands leisten will und kann, zur Shopping-Plattform schlechthin geworden. Freilich ist der Kampf der sogenannten Cross-Border-E-Tailing-Plattformen um die Gunst der Konsumenten noch lange nicht entschieden.

Migros Products on Koala

#voice

Google wird eine kleine Version seines sprachgesteuerten Hubs Google Home lancieren. Das Design macht klar, Google Home soll in unseren Wohnzimmern unauffällig und selbstverständlich seinen Platz finden. Derweil arbeite Amazon angeblich an einer (dezent!) designten Alexa-Brille. Sprachgesteuerte Assistenten sind unbestreitbar auf dem Vormarsch und das wird die Einkaufsgewohnheiten der Konsumenten nachhaltig verändern.

Mini Google Home, Droid Life

#ar

Während das iPhone X offenbar (oder angeblich) niemanden vom Hocker haut, sorgt ein Thema für glänzende Augen in der Werbebranche: ARKit. Denn damit bringt Apple auf einen Schlag Augmented Reality (AR) auf hunderte Millionen Smartphones. Und bereits zum Launch haben Brands, z. B. Ikea, und Verlagshäuser (Quartz, wer sonst) mit überzeugenden Anwendungen aufgetrumpft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Tourismusbranche ARKit – und Googles CoreAR – für sich entdecken wird. Nachdem Google und Apple hunderten Millionen Menschen AR mittels Smartphones zugänglich machen, ist es nurmehr eine Frage der Zeit, bis AR tatsächlich Mainstream wird

#social

Rassistische oder extremistische Interessen als Targeting-Optionen bei Facebook, Google und Twitter, das ist gut für Schlagzeilen. Dabei dürfen wir nicht vergessen: solche Targeting-Optionen widerspiegeln primär tatsächliche Interessen von Internet-Nutzern und nicht zynische Monetarisierungsabsichten – Algorithmen halten der Gesellschaft da quasi den Spiegel vor. Marketer sollten unaufgeregt reagieren: Wenn sie ihre Marke nicht im Umfeld von Rassisten platzieren wollen, sollten sie die entsprechenden Targeting-Optionen geflissentlich ignorieren; wenn sie aber beispielsweise für eine NGO arbeiten, die Jugendliche an der Schwelle zur Radikalisierung erreichen und deradikalisieren will, können solche Targeting-Optionen Gold wert sein.

#trends

Eine Frage, die sich jeder Marketer stellt: Wie werden künstliche Intelligenz und Machine Learning meinen Job verändern. In diesem Podcast geht Jim Sterne genau dieser Frage nach. Wenn du in Eile bist, springst du am besten vor zu Minute 15:35, ab dort diskutiert Jim über den inkrementellen Mehrwert, den KIs stiften werden. Spoiler: Es geht unter anderem um das Entdecken bisher unbekannter Marktpotenziale.

#onemorething

Lehrreich und irritierend sind Geschichten aus dem Graubereich der Online-Marketings. Roland Eisenbrand hat für die Online-Marketing-Rockstars nachgezeichnet, wie ein Kiewer Student ein berühmt-berüchtigtes Software-Imperium aufgebaut hat. Die Moral von der Geschicht: Auch lusche Methoden führen zum Erfolg, wenn man nur bereit ist, die Zielgruppe zu vergraulen – und den Geschäftssitz in die Karibik zu verlegen, um Sammelklagen zu entgehen … 

#marketoon

Marketoon September