The Webrepublican Nr. 25, März 2016

06 Mär 2016 / von Simon Wüthrich / Webrepublic / Comments

Eine tiefgreifende Änderung bei Google AdWords, 9000 Zuschauer an einer Autopremiere, hunderte personalisierter Banneranzeigen, ein 360-Grad-Video vom Mars, 1092 Abonnenten, 4 Minuten Lektürezeit und eine voraussichtliche Open Rate von 51 Prozent. Das ist der Webrepublican Nr. 25.

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The Webrepublican Nr. 25

#webrepublic

#sea

Diese Nachricht hat über Marketingkreise hinaus für Aufsehen gesorgt: Google schafft die rechte AdWords-Anzeigenspalte auf den Suchergebnisseiten für Desktops ab. Wie genau ist dieser Schritt zu bewerten? Positiv, denn er kommt jenen Werbetreibenden zugute, die ihr Handwerk verstehen und auf wirklich relevante Anzeigen setzen – was wiederum im Interesse der Nutzer ist. Zudem könnte – wollen wir Kaffeesatz lesen? – der frei gewordene Platz für Google Shopping Ads genutzt werden. Das dürfte Online-Shopper und E-Commerce-Anbieter mit gut gepflegten Datenfeeds gleichermassen freuen.

#seo

In den Flegeljahren ihrer Disziplin versuchten SEOs, den damals verhältnismässig einfach gestrickten Suchmaschinen mit Keyword-Spamming Relevanz vorzugaukeln, wo unter Umständen gar keine war. Unterdessen ist das Leben komplizierter geworden, und Google bewertet über 200 Faktoren, um zu entscheiden, welche Suchergebnisse die Nutzer tatsächlich interessieren werden. Sind Keywords dementsprechend obsolet geworden? Mitnichten, wie Rand Fishkin überzeugend darlegt.

160306 Webrepublican 25 Rand Fishkin

#youtube

Volvos Digitalmarketers zeigen sich weiterhin experimentierfreudig: Sie übertrugen die auf Facebook und Twitter angekündigte Enthüllung des neuen V90 live auf Youtube. Zwar hätten die Schweden noch mehr tun können, um ihre Zielgruppe zu aktivieren – wir hätten gerne live ein paar Fragen zum neuen Hybridantrieb via Twitter gestellt und im Livestream beantwortet bekommen. Dennoch überzeugen die Zahlen der kanalübergreifenden Kampagne: Über 9000 Nutzer haben den Livestream angeschaut und auf Social Media über 6800 Shares, Likes und Kommentare abgegeben. Eine Viertelmillion Nutzer hat innerhalb einer Woche die Aufzeichnung angeschaut.

#display

Wäre es nicht cool, wenn man jedem Mitglied einer Zielgruppe sein ganz persönliches Banner anzeigen könnte? Zusammen mit Jung von Matt/Limmat und adwebster haben wir für Swiss Life genau das gemacht. Ende 2015 konnten Nutzer auf einer Microsite ihre Vorsätze fürs neue Jahr eingeben. Anfang 2016 haben diese Nutzer dann genau ihren Vorsatz in einem Banner angezeigt bekommen. Die Kampagne ist ein gutes Beispiel dafür, wie mit hochentwickelter Marketingtechnologie Storytelling auf eine neue Ebene gehoben werden kann.

#social

Facebook treibt die Entwicklung seines Messengers mit Hochdruck weiter. Nach einer Bezahllösung und Bots, die die Kommunikation zwischen Brand und Fans teilautomatisieren, will Facebook gemäss Techcrunch jetzt Werbung im Messenger integrieren. Zweifelsohne will Facebook eine zentrale Rolle in E-Commerce, CRM und CRM-basiertem Marketing spielen – und für Marketer unverzichtbar werden.

160306 Webrepublican 25 Facebook Messenger

#content

Derweil rückt Wall-Street-Prügelknabe Twitter von seiner umgekehrt-chronologischen Time Line ab. Der neue Algorithmus-basierte Feed wird Nutzern Kurznachrichten anzeigen, die ihren Interessen entsprechen. Das sind gute Nachrichten für Brands, die auf Inhalte setzen, die den tatsächlichen Interessen ihrer Zielgruppen entspricht.

#trends

Programmatic ist das heiss diskutierte Thema im Digitalmarketing. Warum? Programmatic verspricht Reichweiten- und Effizienzgewinne, wirft aber auch Fragen zur Transparenz und Qualität der Platzierungen auf. Letztendlich dreht sich alles um die Frage, wie Marken die neue Technologie gewinnbringend einsetzen können. Klar ist: Nur, wer Daten systematisch erfasst und auswertet, kann die neue Technologie nutzen, um zur genau richtigen Zeit am genau richtigen Ort dem richtigen Nutzer eine relevante Anzeige auszuspielen.

#onemorething

Die NASA hat uns mit dem aufregendsten und zugleich frustrierendsten 360-Grad-Video der letzten Monate beglückt. Aufregend, weil wir dank des Videos die Umgebung rund um den Mars-Rover Curiosity bestaunen können; frustrierend, weil der Rover sich nicht von der Stelle bewegt. Obwohl das Video dem Entdecker in uns enge Grenzen setzt, verweist es in eine nicht allzu ferne Zukunft, in der wir dank Virtual Reality Orte erkunden werden, die uns anders nicht zugänglich sind – und genau deshalb wird VR unglaublich populär werden, sobald erschwingliche Hardware verfügbar sein wird.