Fundamentale Änderung: Google streicht rechte AdWords-Anzeigenspalte auf Suchergebnisseiten

22 Feb 2016 / von Lars Neumann und Marcel Sprecher / Search / Comments

Google hat die Marketingwelt mit einer fundamentalen Änderung an seinen Suchergebnisseiten für Desktops in Aufregung versetzt: Die AdWords-Anzeigeblöcke auf der rechten Seite werden verschwinden, dafür sollen oberhalb der organischen Suchergebnisse bis zu vier Anzeigen geschaltet werden. Insgesamt stehen damit noch maximal sechs bis sieben statt elf Werbeplätze für Textanzeigen zur Verfügung. Diese Änderung sollte auch Marketing Manager und CMOs interessieren. Wir erklären, warum.

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Neu nur noch 3-4 Anzeigen auf SERPs.

Google setzt weiterhin konsequent auf eine Verbesserung des Nutzererlebnisses. Indem auf Suchergebnisseiten (SERPs) auf Desktops die rechte Anzeigenspalte für Textanzeigen entfällt, gleicht sich das Layout der SERPs über alle Bildschirmgrössen hinweg an. Diese Entwicklung zieht natürlich auch Konsequenzen für die Werbetreibende nach sich.

Höherer Wettbewerbsdruck

Da nur noch sechs bis sieben Anzeigeplätze für Textanzeigen zur Verfügung stehen, werden sich für einen Teil der Suchanfragen der Wettbewerbsdruck und damit die Klickpreise in der Google Anzeigenauktion erhöhen. Damit wird der Kampf um Sichtbarkeit auf Google intensiviert; das gilt freilich nicht nur für die bezahlten Suchergebnisse. Auch für Suchmaschinenoptimierung (SEO) könnte das Auswirkungen haben, wenn der Platz above the fold in SERP-Layouts mit vier Anzeigen oberhalb der organischen Suchergebnisse knapper wird.

Wofür der frei gewordene Platz auf der rechten Seite verwendet werden wird, ist noch unklar, da bisher kein offizielles Statement von Google vorliegt. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass in diesem Bereich von Google kuratierte Inhalte, wie zum Beispiel Google Shopping, Hotel Ads, Google Play (Musik, Apps, Bücher) oder der Knowledge Graph, der beispielsweise Daten zu Persönlichkeiten oder Ereignissen enthält, mehr Sichtbarkeit erhalten werden. Damit dürfte auch die saubere Strukturierung von Datenfeeds weiter an Bedeutung gewinnen, die den Ergebnissen auf der rechten Seite der Suchergebnisse zugrunde liegen.

So what?

Google setzt alles daran, Nutzern schnell und einfach relevante Informationen zur Verfügung zu stellen, egal für welche Bildschirmgrösse. Werbetreibende müssen diese Änderungen im Blick behalten und analysieren, wie ihre Angebote unter den veränderten Rahmenbedingungen am besten zur Geltung kommen.

Dabei hat sich eine Sache bisher nicht verändert: Effektives Targeting, hohe Anzeigenqualität, und eine smarte Budgetallozierung werden vor diesem Hintergrund noch wichtiger – darüber hinaus könnten andere Plattformen, zum Beispiel Microsofts Bing oder Social Media als Quellen für bezahlten Traffic an Bedeutung gewinnen.