Pagespeed als zentraler Erfolgsfaktor im Web

21 Nov 2016 / von Tobias Zehnder / Webrepublic / Comments

Mobile Nutzer sind ungeduldig. Braucht eine Seite länger als drei Sekunden, bis sie lädt, springen bereits 40 Prozent der Nutzer ab. Google drängt Webseitenbetreiber seit Jahren dazu, ihre Webpräsenzen für Mobilgeräte zu optimieren. Mit Accelerated Mobile Pages (AMP) gelingt das endlich auch hinsichtlich Ladezeiten.

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Vor einem Jahr hat Google das Projekt Accelerated Mobile Pages (AMP) lanciert. Zusammen mit dem Instant Article Framework von Facebook wurde damit das Fundament gelegt, um mobile Inhalte signifikant attraktiver zu machen.

AMP-Artikel laden deutlich schneller als reguläre Seiten – und führen dank dem «AMP»-Label in den Suchresultaten auch zu mehr Traffic via Google. User erkennen dank dem Label sofort, ob die Webpräsenz für Mobilgeräte geschwindigkeitsoptimiert ist. Ist das der Fall, steigt die Bereitschaft zum Webseitenbesuch. Slate.com konnte dank AMP beispielsweise die Anzahl Besucher via Google pro Monat um 73 Prozent steigern.

Heute schon ein Standard

Im November 2016 existieren bereits 600 Millionen AMP-Seiten im Web. Nachdem auch das weitverbreitete CMS WordPress den Standard unterstützen wird, ist für uns klar: Schnelle Ladezeiten sind der neue Standard. Die Toleranz der User für langsame Seiten wird noch weiter schwinden. Aktuell verlassen bereits 40 Prozent der Nutzer eine Seite, wenn diese mehr als drei Sekunden braucht, bis sie lädt. Schnelle Ladezeiten sind nicht nur für Contentprovider, sondern auch für E-Commerce-Anbieter zentral. Gemäss der Studie Mobify resultiert aus einer Verringerung der Ladezeit um 100 Millisekunden eine um 1,1 Prozent höhere Conversion-Rate.

Unsere Prognose

Google wird Ende 2017 die AMP-Labels einstellen und stattdessen langsam ladende Seiten mit «Slow»-Labels kennzeichnen.

Wie können Schweizer Unternehmen darauf reagieren?

Da Ladezeiten von Websites komplexe Projekte sind, die mehrere Bereiche (SEO, Webdevelopment, Tracking etc.) tangieren, braucht es einen «Chief Speed Officer». Pagespeed muss innerhalb des Unternehmens eine hohe Priorität geniessen und über alle Silos einer Organisation hinweg von einem Verantwortlichen vorangetrieben werden. 

Hier geht’s zum nächsten Trend (2/5): «China: B2C-Macht»