Vertrauen ist gut, Verifizierung ist besser.

20 Mär 2015 / von Simon Wüthrich / Webrepublic / Comments

Seit Spätsommer 2014 haben wir mit einem Problem zu kämpfen: Positive Fake-Bewertungen auf der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu. Jetzt haben wir das Problem mit Rubbelkarten in den Griff bekommen. Dabei verfolgten wir zwei Ziele: Die Glaubwürdigkeit der kununu-Bewertungen zu stärken und die Anonymität der Verfasser zu wahren.

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Fünf von fünf Sternen und dickes Lob

«web republic fällt nicht durch aussergewöhnlich hohe Löhne oder Boni auf, und auch nicht durch Massenrekrutierung. Dagegen fühlt man sich hier wie am Ruder eines Bootes: man beeinflusst direkt, wohin es sich bewegt. Man ist nicht nur ein Rädchen im Getriebe, wie ich das anderswo schon erlebt habe.»

kununu als wertvolle Informationsquelle

Wir freuen uns über jeden Review auf kununu. Denn dank den anonymen Bewertungen können wir verstehen, warum Webrepublicans gerne ins Büro kommen oder wo ihnen der Schuh drückt. Zudem haben interne Befragungen gezeigt: Für 60% der 2014 eingestellten Webrepublicans galt die Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu während ihres Bewerbungsverfahrens als wichtige Informationsquelle. Zudem profitieren wir als beliebtester Arbeitgeber der Stadt Zürich immer wieder von PR-Aktivitäten der Plattform.

Viel Lob, aber Fake

Wo also liegt das Problem? Ganz einfach, obiger Review ist ein Fake.

Der Verfasser hat Webrepublic falsch geschrieben, pflegt dafür einen Schreibstil, der uns nur allzu bekannt ist: Die Hälfte aller Reviews, welche wir seit Spätsommer 2014 bekommen haben, weisen dieselbe Tonalität auf und wurden auffälligerweise immer von angeblichen Mitarbeitern unserer (siebenköpfigen!) IT-Abteilung verfasst. Diese Indikatoren und weitere interne Abklärungen sind Beweis genug, dass sich die Verfasser dieser Reviews weder bei uns beworben haben, noch bei uns arbeiten.

Die gefälschten Bewertungen angeblicher Webrepublicans (und Bewerber) sind in zweierlei Hinsicht ein Problem für uns.

  • Erstens schaden sie unserem Brand. Wer unser Profil anschaut, wird sehen, dass wir auffällig viele unrealistisch positive Reviews bekommen haben. Wer die Bewertungen durchliest, dem wird der auffällig einheitliche Schreibstil auffallen. Ein Schelm, wer Böses denkt.
  • Zweitens unterminieren die Fake-Reviews die Glaubwürdigkeit kununus. Dies wiederum verringert die Motivation der Webrepublicans, Zeit in ehrliche und ausführliche Bewertungen zu investieren. Dadurch verliert Webrepublic einen ehemals wichtigen Feedback-Loop.

Wir haben kununu wiederholt direkt auf dieses Problem angesprochen. Dabei ging es uns nicht nur darum, die Fakereviews löschen zu lassen (was meistens auch geklappt hat, wenn auch zum Teil mit beträchtlicher zeitlicher Verzögerung). Wir versuchten vor allem, eine nachhaltige Lösung des Problems anzuregen: Verifizierte Reviews.

Glaubwürdigkeit ist zentral

Wie kann man das Problem lösen? Zum Beispiel so, wie booking.com.

Die Buchungsplattform lässt nur Reviews von Personen schreiben, die auch tatsächlich eine Übernachtung im bewerteten Hotel gebucht und verbracht haben. Dieses Vorgehen macht die Bewertungen auf booking.com glaubwürdiger als beispielsweise auf TripAdvisor.

Wie aber liesse sich dieser Mechanismus auf kununu übertragen? Die aufwändige Lösung: kununu müsste sich als Plattform positionieren, mit der Personalverantwortliche den Bewerbungsprozess von A bis Z managen können. So könnte kununu jedem Bewerber eine (dem Arbeitgeber nicht bekannte!) einmalige ID zuweisen, die ihn berechtigte, auf der Plattform je eine anonyme Bewerber- und Arbeitnehmer-Bewertung zu verfassen.

Unsere Lösung: Rubbelkarten mit Codes

Wir haben uns per Anfang März für eine einfachere (und hoffentlich vorübergehende) Lösung entschieden. Wir haben 500 Rubbelkarten drucken lassen, die neben der URL zu unserem kununu-Profil einen einmaligen Code enthalten; sämtliche 500 Codes sind in einem Spreadsheet erfasst. Da die Codes auf den Rubbelkarten versteckt sind, kennt unser HR die Codes nicht und hat somit auch keine Chance, die Verfasser der Bewertungen zu identifizieren.

Möchte ein Bewerber oder Mitarbeiter eine Bewertung schreiben, bekommt er eine Rubbelkarte. Den freigerubbelten Code kann er dann in Klammern in das Titelfeld seiner Bewertung schreiben. Wir können mittels des Spreadsheets prüfen, ob der eingetragene Code tatsächlich auf einer unserer Rubbelkarten gestanden hat. Ist das der Fall, bestätigen wir dies mit einer Antwort auf den Kommentar. So können alle Besucher unseres Profils sehen, dass die Bewertungen von Personen geschrieben worden sind, die tatsächlich mit uns in Kontakt waren.

kununu-Bewertung mit bestätigtem Verifizierungs-Code

 

Motivation und Glaubwürdigkeit gestärkt

Das erste Feedback zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mitarbeiter und Bewerber sind motiviert, Bewertungen zu schreiben, weil sie sehen, dass wir kununu als Plattform ernst nehmen und uns aktiv für qualitativ gutes Feedback einsetzen. Aussenstehende sehen, dass wir die Glaubwürdigkeit unserer Bewertungen und unseres Profils insgesamt stärken – und wir wissen, über welche Bewertungen wir uns ehrlich freuen dürfen.