Snapchat: Mehr als Geschichten mit kurzer Halbwertszeit

18 Mär 2015 / von Albert Gubler / Social / Comments

Snapchat wird längst nicht mehr nur zur Kommunikation zwischen zwei Personen genutzt, sondern auch dazu, Inhalte mit der ganzen Welt zu teilen. Dank zweier Features könnte Snapchat zu einer wichtigen Plattform für mobile Kommunikation, Entertainment und News werden: Stories und Discover.

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Snapchat: Mehr als Geschichten mit kurzer Halbwertszeit Illustration: Alessandra Angelucci - Snapchat: Mehr als Geschichten mit kurzer Halbwertszeit

Hautnah bei Events dabei

Anwendungen für das Story-Feature gibt es zahlreiche: Jugendliche lassen damit ihre Freunde an ihrem Alltag teilhaben; Filmemacher drehen kurze, schnell konsumierte Geschichten; Snapchat selbst nutzt Stories, um Snaps rund um wichtige Events zu veröffentlichen. Für Brands bietet sich in diesem Umfeld die Möglichkeit, eine junge Zielgruppe zu erreichen. Wie das konkret funktioniert, zeigt das Beispiel der New York Fashion Week. Brands publizierten über Snapchat Bilder und Videos ihrer Fashion-Shows und gewährten so ihrer jungen und mobilen Zielgruppe einen Blick hinter die Kulissen. Models und Celebrities nutzen die App als User, um die Woche zu dokumentieren. Fachpublikationen nutzten die Video- und Fotofunktionen, um Kurzinterviews und Schnappschüsse mit ihren Followern zu teilen.

Warum ist das für Schweizer Luxus-Brands interessant? Nehmen wir das Beispiel Baselworld: Mit einem eigenen Account könnten Brands einfach und unmittelbar ihre neusten Produkte vorstellen. Sie könnten Bilder vom Messestand versenden, eine Bildershow mit den wichtigsten Modellen präsentieren und Fotos neugieriger Besucher teilen. Models oder Markenbotschafter könnten Eindrücke von exklusiven Releasepartys oder vom roten Teppich in Form von Kurzvideos oder Fotos mit ihren Followern teilen. In diesem Kontext können Emotionen, die ein neues Produkt weckt, authentisch transportiert werden. Durch die Präsenz in Snaps der Fachpresse erschliesst sich den Brands eine weitere Plattform, um ihre Produkte und Botschaften zu präsentieren. Die Fachpresse kann den Event mit Kurzvideos mit den Verantwortlichen, mit persönlichen Eindrücken und Reviews sowie Fotos der Messe-Highlights begleiten.

Mobil-optimierter Journalismus

Anfang Januar veröffentlichte Snapchat ein Feature, das die Entwicklung von der Messenger-App zur Medienplattform vorantreiben soll: Discover. Mit dem neuen Feature arbeitet Snapchat mit namhaften Publikationen und Fernsehsendern wie CNN, National Geographic, People oder Cosmopolitan zusammen. Diese Publikationen stellen täglich zwischen drei und zehn Beiträge zusammen, die Snapchat-User während 24 Stunden abrufen können. Was den Content auszeichnet: die radikale Optimierung für das Smartphone. Im Gegensatz zu Stories sind diese Beiträ- ge von professionellen Journalisten erstellt und kuratiert. Die Publikationen erhoffen sich durch ihre Präsenz auf Snapchat nicht nur die Erschliessung einer jüngeren Zielgruppe, sondern auch die Möglichkeit, ihren Online-Content zu monetarisieren. Wie das gehen könnte, hat CNN gezeigt: Kurz nach dem Start von Discover trat BMW während eines Tages als Sponsor des Snapchat-Channel von CNN auf. Die Bayern liessen dazu Werbung für das Elektroauto i3 zwischen den CNN-Beiträge schalten.

Unterschätzte Plattform

Mit Stories und Discover stellt sich Snapchat als attraktiver Partner für Werbetreibende auf: Mit Stories kann man seinen Followern die Markenbotschaft übermitteln, ähnlich zu den Aktivitäten auf anderen Social-MediaPlattformen. Auf der anderen Seite wirkt ein Sponsoring von Discover-Inhalten eher wie klassische TV- oder Print-Werbung. Snapchat funktioniert quasi als Mischung aus Youtube, Twitter und Instagram, mit einem konsequenten Fokus auf mobile Nutzung. Dank Features wie Stories und Discover sowie kontinuierlich wachsender Nutzerzahlen wird Snapchat derzeit als attraktive und unterschätzte Marketingplattform gehandelt.

 

Wie funktioniert Snapchat?