Voller Zugriff auf organische Suchdaten mit Google Webmaster Tools

09 Okt 2015 / von Mario Colombo und Gergely Kalmar / Engineering / Comments

Mit der neuen Google Search Console können SEO-Spezialisten dank umfangreicher Daten sehr viel genauer nachvollziehen, wie und warum ihre Seiten auf Google ranken. Neu können über die Search Console API organische Suchdaten laufend extrahiert und gespeichert werden. Das Resultat: stichhaltige und aussagekräftige Performance-Analysen. Wir zeigen, wie das geht.

Teilen

Print

Bild: Google Webmaster Tools, Google Search Console via YouTube Bild: Google Webmaster Tools, Google Search Console via YouTube

 

Bis vor kurzem konnte man gestützt auf Google Webmaster Tools grobe Trends anhand der verfügbaren Daten identifizieren. Der Nutzen davon war jedoch beschränkt auf eine retroaktive Validierung von Initiativen zur Verbesserung der Anzeige der eigenen Webseite in den Google Suchresultaten.

Mehr Transparenz durch die neue Google Search Console
Nun ist der Suchanalyse-Bereich mit der Einführung der neuen Google Search Console vor einigen Wochen komplett überarbeitet worden. Dadurch ergeben sich interessante neue Möglichkeiten für Marketer, die Performance von ihren für Google optimierten Websites und mobilen Apps zu analysieren:

  1. Komplette Daten – Die neue Google Search Console bietet vollständige Informationen, nicht nur wie bis anhin einen Überblick über die meist verwendeten Suchbegriffe. Jeder Suchbegriff, jede Impression und jeder Klick auf jede Zielseite wird nun vollständig aufgeschlüsselt. Man hat jetzt also ein vollständiges Bild der Sichtbarkeit der eigenen Webseite in der organischen Suche.
  2. Volle Segmentierbarkeit der Daten  Nun ist es möglich, für die zentralen Metriken wie Impressionen, Klicks und Position Daten pro Suchbegriff, pro Tag und pro Zielseite zu erhalten. Endlich können so einzelne Seiten wieder auf ihre Sichtbarkeit bezüglich relevanter Suchbegriffe überprüft werden, Trends werden überdies stichhaltig belegt.
  3. Gebündelter Daten-Zugriff via API  Alle Daten sind jetzt über eine programmatische Schnittstelle verfügbar. Mit entsprechenden Dienstleistern und Tools können diese Daten nun also auch längerfristig genutzt und analysiert werden.

Einschränkungen gilt es trotzdem zu beachten
Die Daten der organischen Suche sind auch in der Google Search Console nicht uneingeschränkt verfügbar. Das maximale Zeitfenster erstreckt sich über die letzten 90 Tage. Wer also Entwicklungen über längere Zeit analysieren möchte - was in den meisten Fällen durchaus Sinn macht -, ist auf entsprechende Drittanbieter wie Agenturen oder spezialisierte Analyse-Dienstleister angewiesen. Diese extrahieren die Daten fortlaufend über die Search Console API, um sie in einer eigenen Datenbank zu speichern. Unser eigenes Reporting- und Analyse-Tool flexReports haben wir bereits um die entsprechenden Funktionen erweitert.

Ein Wermutstropfen: Webmaster und Webanalysten müssen sich weiterhin mit «Not Provided» herumschlagen. Auch zwei Jahre nachdem Google damit begonnen hat, die Suchbegriffe der User für Webseitenbetreiber unsichtbar zu machen, gibt es keinen Weg, um die Qualität, respektive die Interaktionen von Besuchen auf der eigenen Webseite mit dem verwendeten organischen Suchbegriff zu verknüpfen.

Unser Fazit
Google hatte die lobenswerte Absicht, mit der neuen Search Console die Google Webmaster Tools für ein breiteres Publikum relevant zu machen. Doch die erweiterten und verbesserten Analysemöglichkeiten von organischen Suchdaten machen das Google Tool komplexer. In erster Linie profitieren davon erfahrene SEO-Spezialisten, die mit diesen Daten auch umgehen können. Gleichzeitig bietet die neue Google Search Console Marketern eine solidere Datenbasis für geschäftsrelevante Entscheidungen. Es gilt also, mit Analyse-Tools wie flexReports die Komplexität der Search Console zu verringern, die neuen Daten richtig zu interpretieren und in konkrete Handlungsempfehlungen zu übersetzen.